Historische Channukageschichten I.

21.12.2011                      25.Kislev. 5772                       Channuka 1

Judentum:

Historische Channukageschichten I.

Die Bedeutung des makkabaeischen Freiheitskampfes:

Zu Chanukka möchten wir in diesem Jahr unseren Lesern jeden Tag eine historische Chanukka-Geschichte vorstellen, die einerseits die Stimmung und Probleme der jeweiligen Zeit widerspiegeln und andererseits zeigen, dass viele Überlegungen und Probleme des deutschen Judentums von damals auch heute noch von erstaunlicher Aktualität sind. Die erste Geschichte ist eine Abhandlung von Nathan Birnbaum (veröffentlicht unter seinem Pseudonym) zu den Makkabäern, erschienen 1901 in der Zeitschrift “Ost und West”:

Soll ich die Wahrheit sagen, so bin ich kein Freund jährlich wiederkehrender Gedenktage. Ich glaube, dass durch jeden solchen Tag eine junge Lebenskraft geschwächt und ein neuer unfruchtbarer Schemen in die Welt gesetzt wird. Darum kann ich mich z. B. auch für die Arbeiter-Feier des 1. Mai nicht recht erwärmen, wiewohl mir ihr Ursprung und ihr Inhalt so sympathisch sind, und obgleich sie kaum erst den Mutterschoss heroischer Kämpfe verlassen hat. Und nun erst eine Feier, die Jahrtausende alt geworden ist…
Mit diesem Vorbehalte folge ich gerne der Aufforderung, etwas über die Bedeutung der makkabäischen Erhebung zu sagen. Denn wahrlich, es ist ein dankbarer Stoff, fesselnd, erwärmend, bis zu einem gewissen Grade ermutigend, und alles dies um so mehr, je weiter man von der Oberfläche der Ereignisse in die tieferen Zusammenhänge ihrer Ursachen und Nachwirkungen dringt. Erst, wer den Lebenslauf des hebräischen Volkes bis zu den Makkabäern und nach diesen bis zur Vernichtung des jüdischen Staatswesens durch die Römer begreift, kann auch die makk-bäische Freiheitsbewegung verstehen….