In der Synagoge Zuhause

20.09.2012                      04.Tischrei. 5773

Gesellschaft:

In der Synagoge Zuhause

Schockiert frage ich: „Wie geht das denn hier zu?!“ – „Wie in einer Judenschul eben!“, antwortet der Rabbiner neben mir schmunzelnd und wendet sich wieder seinem Siddur, dem Gebetbuch, zu.

Es ist Schabbat-Vormittag im Jerusalemer Stadtteil Katamon. Die Synagoge bricht aus allen Fugen. In der Luft liegt eine Mischung von unterschiedlichen Parfums, verstaubten Büchern und Schweiß. Durch die geöffneten Fenster weht die trockenwarme Herbstluft. Die meisten Beter wiegen sich in ihre schwarz oder blau gestreiften Gebetsschals gewickelt im Rhythmus des leisen Singsangs. Immer wieder meldet sich der Vorbeter mit lauter, sonorer Stimme zu Wort. Andere fallen ein und singen mit. Nicht Musikalität und Tonalität zählen, sondern Lautstärke, Inbrunst und Inhalt….