Israel beweist im Fall Schalit seine moralische Stärke

16.10.2011                      18.Tischrei. 5772                       Chol Hamo'ed 2

Leitartikel:

Israel beweist im Fall Schalit seine moralische Stärke

Der zivilisatorische, humane Standard einer Gesellschaft lässt sich nicht zuletzt daran ermessen, wie hoch sie den Wert des individuellen Menschenlebens einschätzt. So betrachtet, ist das zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas getroffene Abkommen über den Austausch des vor über fünf Jahren vom israelischen Territorium verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit gegen 1027 gefangene palästinensische Terroristen ein Lehrstück.

Es zeigt den fundamentalen Unterschied zwischen einer offenen, demokratischen Gesellschaft und einem zynischen kollektivistischen Unterdrückungssystem. Einer gegen tausend? Nach den nackten Zahlen sieht das wie ein schlimmes Verlustgeschäft für Israel aus. Umso mehr, als mindestens 280 der freigepressten Hamas-Kämpfer persönlich terroristische Mordanschläge auf dem Gewissen haben. Zahlreiche von ihnen werden sogleich ihren rücksichtslosen Kampf gegen die Zivilbevölkerung Israels wiederaufnehmen. Die Hamas kann sich zudem darin ermutigt fühlen, in Zukunft erneut israelische Soldaten zu entführen und als Tauschware zu benutzen. Dabei schert sie sich nicht darum, dass solches Kidnapping in keiner Weise als Kriegshandlung gerechtfertigt werden kann, sondern schlichtweg einen kriminellen Akt darstellt. Ist das Eingehen auf einen solchen Deal, der verbrecherische Taten zu belohnen scheint, somit ein Zeichen der Schwäche Israels?…