“Israel ist im arabischen Frühling irrelevant“

22.11.2013                      19.Kislew.5774

Vortrag:

“Israel ist im arabischen Frühling irrelevant“

Dass es im Nahostkonflikt bisher keine friedliche Einigung gibt, liege an den „vollkommen überzogenen Erwartungen – auch vom Westen“. Diese Meinung vertrat der Nahostkorrespondent Johannes Gerloff am Mittwoch in der Dresdner Frauenkirche. Bei dem Gesprächsforum „Johann-Amos-Comenius-Club Sachsen“ sprach er auch über die Rolle Israels im „arabischen Frühling“.

Politiker, Journalisten und Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen bräuchten im Rahmen des Nahostkonflikts mehr Bezug zur Realität und zur Mentalität der Menschen im Nahen Osten. Das Scheitern einer Einigung im Nahostkonflikt liege laut dem in Jerusalem lebenden Journalisten Gerloff an den „vollkommen überzogenen und unrealistischen Erwartungen, auch von westlichen Ländern“. Religion spiele in der Region eine stärkere Rolle als im säkularen Europa, „das auf dem Rückzug ist“. Gerloff meint: „Wir programmieren unsere Enttäuschung vor, wenn wir davon ausgehen, dass Araber und Muslime wie wir ticken.“ Der Westen solle erkennen: „Die Gesellschafts- und Regierungsform, die wir als ‚Demokratie‘ propagieren, ist in keinem arabischen Land auch nur als entfernte Option am Horizont erkennbar.“….