Israel und der Iran

21.03.2012                      27.Adar. 5772

Ein Stimmungsbericht:

Israel und der Iran

Bei einem Hintergrundgespräch im israelischen Außenministerium zur Lage in Nahost kam unweigerlich die Frage auf: „Wann wird Israel den Iran angreifen?“ Ein Beamter volontierte, den anwesenden Journalisten eine Antwort unter Berufung auf Erich Kästner zu liefern: „Am 35. Mai“.

Ein Reporter hatte nicht aufgepasst und hakte nach: „Und um wie viel Uhr?“ Trotz einer Weisung des Premierministers Benjamin Netanjahu, sich zum Thema Iran nicht öffentlich zu äußern, nannte der Israeli sogar die exakte Uhrzeit: „Um 25 Uhr.“ Auf dem Rückweg fragten wir den Taxifahrer zu Iran. Der Himmel war graugelb und der Rundfunk empfahl, die Fenster zu schließen, weil Ostwinde lebensgefährliche Sandpartikel aus Richtung Iran, Jordanien und Saudi Arabien über Israel fegten. „Das kannst du doch sehen. Da stehen alle Iraner und pusten Sand nach Israel, um zu schauen, ob Israel zurückschlägt.“ Iran ist kein großes Thema in den israelischen Medien. Autounfälle, der Anschlag in Toulouse, Wohnungspreise und das Austeilen psychiatrischer Medikamente bei „Großer Bruder“ im Fernsehen bewegen die Israelis weit mehr, als die Spekulation zu einem israelischen Luftangriff auf Atomanlagen im Iran, oder die im Ausland vorhergesagte Apokalypse danach….