Israel wird den Säkularen zu religiös

27.12.2011                      1.Tewet. 5772                       Channuka 7                      Rosch Chodesch 2

Migration:

Israel wird den Säkularen zu religiös

Viele Juden aus Israel wandern in die USA aus, weil die Ultrareligiösen immer größeren Einfluss gewinnen. Israel versucht mit Werbekampagnen gegenzusteuern.

In New Yorks Upper West Side lebt die alteingesessene, liberale, jüdische Boheme: Theatergrößen wie Stephen Sondheim und Tony Kushner, TV-Stars wie Jerry Seinfeld und Autoren wie Frank Rich. Auch Institutionen wie die von Felix Adler gegründete Society for Ethical Culture und das Leonard Nimoy’s Symphony Space sind hier, sowie die nach Stephen Wise benannte Reformsynagoge und das Jewish Cultural Center von Manhattan.

Aber in den letzten Jahren hat sich die Upper West Side verändert: Man hört in den Straßencafés immer öfter Hebräisch oder Englisch mit hebräischen Akzent. Männer mit Kippa — vor zehn Jahren praktisch nicht-existent — schlendern den Broadway hinunter; es sind keine Orthodoxen. Die sind an ihren langen schwarzen Mänteln und Schläfenlocken zu erkennen. Aber sie sind doch anders als die Säkularen der Upper West Side, deren Jüdischsein sich darin erschöpft, Bagels zum Frühstück zu essen. Immer mehr Supermärkte eröffnen koschere Sektionen. Und Zeitungskioske, die früher allenfalls die englische Ausgabe der Jerusalem Post ausgelegt haben, bieten nun alle israelische Zeitungen an — auf hebräisch. Denn in den letzten Jahren gab es eine Massenimmigration von Israel nach New York. Und viele der Auswanderer sind säkulare Juden, denen Israel zu religiös und repressiv wurde….