Israels Mittelstand muckt auf

13.08.2011                      13.Aw-Elul, 5771                      Wa'etchanan

Israelischer Sommer:

Israels Mittelstand muckt auf

Breite Unzufriedenheit über die Selbstherrlichkeit der Superreichen. 

Die israelische Mittelklasse protestiert gegen ihre Marginalisierung. Nachdem sie jahrelang geschwiegen hat und Siedler und orthodoxe Religiöse finanziell profitiert haben, ist sie sich ihrer Macht bewusst geworden.

Hunderte von kleinen Zelten stehen auf dem begrünten Mittelstreifen des Rothschild Boulevard in Tel Aviv. Seit einem Monat protestiert hier an der ersten Adresse der Stadt Israels unzufriedene Mittelklasse. Tagsüber stehen viele Zelte leer, denn ihre Bewohner gehen ihrer Arbeit nach. Erst am Nachmittag beginnt sich die schattige Allee zu bevölkern. Vornehmlich junge Leute, erfreut über den Erfolg ihres Protests, bilden Diskussionsgruppen, Musikanten haben sich niedergelassen, und Eltern flanieren mit ihren Kindern den Boulevard entlang. Es sind weder Arbeitslose, Obdachlose noch Randexistenzen, die hier demonstrieren, sondern Studenten, Lehrer, junge Ingenieure, Bankangestellte, Beamte und andere Fachleute. Auf Transparenten beschreiben sie mit einigem Humor ihre Schwierigkeiten. Möglicherweise von der Atmosphäre des «arabischen Frühlings» erfasst, erkannten sie ihre Unzufriedenheit….