Jom haSchoa wehaGwura

02.05.2011                      28.Nisan, 5771                      Holocaust-Tag; Tag 13 des Omer

Frankfurt, Gedenkfeier:

Jom haSchoa wehaGwura

„Schoa“ ist einer der Begriffe, mit denen versucht wird, den millionenfachen Mord an den Juden während des Dritten Reiches zu umschreiben; „Holocaust“ ist ein anderer. Es gibt aber wohl keinen Begriff, der angemessen das wiedergeben kann, um was es hierbei geht.

Genauso wenig kann es ein angemessenes Gedenken geben – aber deswegen gar nicht zu gedenken ist auf gar keinen Fall angemessen. Das fängt beim Namen an und geht mit den Fragen nach dem Wie und Wann des Gedenkens weiter. Unbequeme Fragen, die sich stellen, und die wir uns stellen müssen – in jeder Hinsicht.

Diese Fragen stellten sich gleich nach dem Ende des Krieges. Für viele Überlebende war es auch eine religiöse Frage: in den wenigsten Fällen war bekannt, an welchem Datum ihre Angehörigen ermordet worden sind. Es ist nämlich religiöse Pflicht, am Jahrestag des Todes eines Angehörigen für diesen den „Kaddisch“ zu beten, wenn möglich auch das Grab zu besuchen. In Ermangelung eines Datums und erst recht eines Grabes standen die Überlebenden vor der Herausforderung, ihre religiöse Pflicht zu erfüllen….