Jüdische Welt verstehen: Kaparoth und Hohe Feiertage

07.10.2011                      09.Tischrei. 5772                      Erew Jom Kippur

Judentum:

Jüdische Welt verstehen: Kaparoth und Hohe Feiertage

Warum vollziehen Juden einen Tag vor dem Versöhnungstag die Zeremonie des "Kappore-schlagens"?

Der Brauch des Kapporeschlagens(kappara = Sühneopfer) hat sich aus dem alten Glauben entwickelt, daß Krankheiten, Schmerzen, Ärger und Sünden auf ein lebendes oder totes Objekt übertragen werden können.

Beim "Kapporeschlagen", das auch heute noch bei manchen Juden Brauch ist, wird ein Huhn dreimal über dem Kopf geschwungen und folgende Formel aufgesagt: "Dies ist mein Ersatz, dies ist meine Auslösung, dies ist meine Buße. Dieses Huhn (oder dieser Hahn) wird sterben, und ich werde mich eines guten und langen und friedlichen Lebens erfreuen."

Mit dem Brauch geht die Lesung von ausgewählten Abschnitten aus den Psalmen oder dem Buch Hiob einher. Danach wird das Geflügel rituell geschlachtet und vom Besitzer verzehrt oder an Arme verschenkt. Der ursprüngliche Grund für die Verwendung von Hähnen und Hühnern lag darin, daß nach der Zerstörung des Tempels kein Tier mehr von der Art, wie sie im Tempel geopfert wurden, für einen ähnlichen Zweck im jüdischen Leben verwendet werden durfte. Gab es keinen Hahn oder kein Huhn, wurden andere Tiere wie etwa Gänse oder Fische genommen….