Jüdisches Leben im mittelalterlichen Girona

08.06.2011                      6.Siwan, 5771                      Schawuot 1

Geschichte:

Jüdisches Leben im mittelalterlichen Girona

Auch in Spanien wächst der Antisemitismus. Dabei ist der Anteil an Juden in der Bevölkerung verschwindend gering. Man gibt ihre Zahl mit  48 000 an. Aber in Krisenzeiten sucht man Sündenböcke, auf die man die Schuld an der Misere schieben kann. Und der Antisemitismus hat eine alte Tradition in Spanien. Sie gipfelte 1492  in der Vertreibung der letzten noch nicht konvertierten Juden. Auch in der Franco-Zeit wurden die Ende des 19. und im 20. Jahrhundert wieder zugewanderten Juden (mit allen Nicht-Katholiken) unterdrückt. Offiziell wurde das Vertreibungsedikt 1992 aufgehoben, als König Carlos I. die Synagoge von Madrid besuchte und sich für „den Akt der Barbarei“ entschuldigte, den seine Vorgänger 500 Jahre zuvor begangen hatten.

Offiziell wird heute anerkannt, dass das jüdische Erbe ein Bestandteil der spanischen Kultur und Geschichte ist und es wird auch entsprechend gepflegt. Umgekehrt bekennen sich die aus Spanien stammenden Juden zu ihrem spanischen Erbe. Trotz ihrer jahrhunderte langen Trennung von der spanischen Heimat bewahren viele Familien ihren Stolz auf die spanische Herkunft. Manche wissen noch immer, aus welcher Stadt sie stammen und einzelne besitzen noch heute den rostigen Schlüssel ihres Hauses, das sie verlassen mussten….