Lichtbilder aus einer Schattenwelt

08.07.2013                      02.Aw.5773                      Rosch Chodesch

Das leere Haus:

Lichtbilder aus einer Schattenwelt

Spuren jüdischen Lebens in Schwaben.

Über dem Eingangstor zum jüdischen Friedhof von Altenstadt-Illereichen, einer kleinen Gemeinde im Schwäbischen, erinnert die hebräische Inschrift „Den Geborenen zum Sterben – Den Toten zum Leben“ den Besucher an seine eigene Sterblichkeit und erhält ihm gleichzeitig die Hoffnung auf neues Leben. Daher wird der Friedhof im Hebräischen als Bet Olam, Haus der Ewigkeit, bezeichnet, worin sich ebenfalls das Vertrauen auf das ewige Leben ausdrückt. Auch der Begriff Bet Hachaim, Haus des Lebens, wird oft verwandt; hier offenbart sich desgleichen die Hoffnung auf die Auferstehung. Deshalb gehört nach jüdischem Verständnis der Boden, in dem die Toten ruhen, diesen auch bis ans Ende aller Tage. Ein Auflassen der Gräber, wie in der christlichen Tradition üblich, ist unvorstellbar. Das Gebot der ewigen Totenruhe zwang daher die jüdischen Gemeinschaften, die Grundstücke für den Friedhof zu erwerben. Weil dafür beträchtliche Summen aufgewandt werden mussten, befinden sich viele Gräberfelder sehr oft weit außerhalb der Ortschaften, an steilen Hängen, auf unfruchtbaren Böden oder in schlecht zugänglichen Waldstücken….