Masal tow, Rachel Margolis!

27.10.2011                      29.Tischrei. 5772

Bis 120:

Masal tow, Rachel Margolis!

Die jüdische Widerstandskämpferin und Chronistin der Shoa feiert am 28. Oktober ihren 90. Geburtstag.

„In der Nacht des 23. auf den 24. Juni 1941 erblickte ich deutsche Panzer auf dem Lucki-Platz mitten im Zentrum der Stadt. Das war das Ende meiner Jugend“, schreibt die ehemalige Ghettokämpferin und Partisanin Rachel Margolis in ihrer Autobiografie. Als einzige ihrer großen Familie hat die 1921 in Wilna geborene Arzttochter die Shoa überlebt.

Kurz nach der Besetzung Wilnas leitete SS-Standartenführer Karl Jäger als „Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD für den Generalbezirk Litauen“ die Ausrottung der Wilnaer Juden ein und ordnete die Errichtung eines Ghettos an. Schon wenige Tage später fanden die ersten Massenerschießungen an der berüchtigten Vernichtungsstätte Ponary statt. Rachel Margolis, die zu dieser Zeit außerhalb der Stadt lebte, entschied sich daraufhin, ihr Versteck zu verlassen, um mit ihren Freunden im Ghetto Widerstand gegen die Mörder zu leisten. Sie schloss sich der im Aufbau befindlichen „Farejnigte Partisaner Organisatije“ (FPO) des charismatischen Zionisten und Dichters Abba Kovner an, der in seinem berühmten Aufruf vom Januar 1942 die Wilnauer Juden zum Kampf aufforderte: „Lasst uns nicht wie Schafe zur Schlachtbank gehen! Brüder, es ist besser, als freie Kämpfer zu sterben, als von der Gnade der Mörder zu leben.“…