Palästina, das bestgehütete Geheimnis

06.06.2011                      4.Siwan, 5771                      Tag 48 des Omer

Hintergrund:

Palästina, das bestgehütete Geheimnis

Die meisten ausländischen Aktivisten kommen aus Gewissensgründen. Die Befreiung Palästinas ist in einem Großteil Europas ein edler Beweggrund. Klar, man kann kein guter Mensch sein und gleichzeitig die Besatzung in Ordnung finden. Und bei der Ankunft in Palästina bestätigen die israelischen Soldaten mit ihrem Auftreten und der Behandlung der friedens- und wohlstandsverwöhnten westlichen Aktivisten alle bereits im Vorfeld gefassten Vorurteile.

Warum konzentriert sich die ganze Welt auf Palästina? – Seit Gründung der "International Solidarity Movement" (ISM) im Jahre 2001, haben sich mehr als 200 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in der Westbank und dem Gazastreifen etabliert. Die ISM-Aktivisten haben sich einen guten Namen geschaffen durch feste Freundschaften mit den berühmtesten palästinensischen Freiheitskämpfern. In manchen Fällen meinen die bösen Israelis ihnen gar aktive Mithilfe bei so genannten "Märtyreraktionen" – von Israelsympathisanten gemeinhin "Selbstmordattentate" genannt – nachweisen zu können.

"Palästina ist das bestgehütete Geheimnis der Hilfsindustrie", meint die Amerikanerin Emily Williams, Projektmanagerin einer medizinischen Hilfsorganisation. "Die Leute brauchen Felderfahrung. Palästina klingt cool und gefährlich, kann als Kriegsgebiet beschrieben werden, ist aber tatsächlich ziemlich sicher und bietet alle Annehmlichkeiten, die sich ein internationaler Hilfsarbeiter wünscht. Die Lebensqualität ist hier weit höher als etwa in Afghanistan. Das sagen wir aber niemandem, weil wir sonst versetzt werden könnten."…