Palästina-Nostalgie

08.10.2011                      11.Cheschwan. 5772

Hintergrund:

Palästina-Nostalgie

Obwohl die Palästinenser noch nie einen Staat hatten, sprechen heute schon viele vom "Land Palästina". So auch der Jurist Raja Shehadeh, der seine Streifzüge durch eine einst schöne Landschaft beschreibt, für deren Zerstörung er den Israelis die Alleinschuld zuweist. Osmanen, Briten und Jordanier werden in dem Buch "Wanderungen durch Palästina – Notizen zu einer verschwindenden Landschaft" als Besatzer nur am Rande erwähnt.

Anschaulich schildert der palästinensische Autor seine Ausflüge allein oder in Gesellschaft. "Wenn ich mich bewege, hilft mir das, den Dingen eine Perspektive zu geben", schreibt er. So eine Wanderung bezeichnet er mit dem arabischen Ausdruck "sarha": "Auf eine sarha zu gehen bedeutet, nach Belieben herumzuschweifen, ohne Beschränkungen." Shehadeh geht ausführlich darauf ein, was sich in den Jahrzehnten seit seiner Kindheit an den Orten verändert hat, die er aufsucht. In die Beschreibung webt er Erlebnisse von Verwandten und Bekannten ein, denen durch israelische Behörden Unrecht widerfahren ist. Als Anwalt bemüht er sich seit Jahren, palästinensischen Grundbesitzern gegenüber Israel zu ihrem Recht zu verhelfen….