Party, Zwist und Klagemauer

16.08.2011                      16.Aw-Elul, 5771

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Party, Zwist und Klagemauer

Wochenlang hatte ich mich um das Interview bemüht, bis ich endlich im Mai 2008 auf dem israelischen Luftwaffenstützpunkt Palmachim den Kampfhubschrauber-Piloten Assaf treffen durfte. Ständig bewacht von zwei hübschen Soldatinnen von der Zensur durfte ich mit dem Mann reden, der Raketen auf palästinensische Freiheitskämpfer in Gaza schoss. Seine Identität ist streng geheim – betonten die Zensur-Mädchen -, war aber deutlich auf dem Namensschild lesbar.

Einige Wochen zuvor war ich mit Raketenschützen der Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden im Gazastreifen unterwegs gewesen und wollte jetzt "die andere Seite" kennenlernen – auch ganz privat. Deshalb war ich an einem Abend kurz nach der Begegnung in Palmachim bei Assaf und seiner Familie zuhause eingeladen. Die jemenitische Mutter des Hauses hatte sich große Mühe gegeben. Der Tisch bog sich unter den orientalischen Köstlichkeiten. Das Ganze versprach eine großartige Reportage zu werden – bis mir Assaf stolz einen Artikel präsentierte, der kurz zuvor in deutschen Zeitungen erschienen war. Der Kollege Gil Yaron war schneller gewesen. Betreten musste der junge Militärsprecher, der im "Privatbereich" von Assaf die omnipräsente Zensur vertreten hatte, zugeben, dass er es mit der Exklusivität nicht so genau genommen hatte….