„Auschwitz war nicht der größte Teil des Schreckens“

24.05.2012                      03.Siwan. 5772                    Tag 47 des Omer

Debatte:

"Auschwitz war nicht der größte Teil des Schreckens"

In seinem eleganten Essay in der Literarischen Welt der vergangenen Woche mit dem Titel "An Auschwitz vorbei" versucht Dan Diner zu zeigen, dass Auschwitz ein Problem für "Bloodlands" und "Bloodlands" ein Problem für Auschwitz darstellt. Nichts ist weniger wahr. "Bloodlands" ist eine Gefahr für konventionelle nationalgeschichtliche Darstellungen, die Tragödien minimieren und Erklärungen unmöglich machen. Diner hat die Nationalgeschichte, nicht Auschwitz verteidigt.

"Bloodlands" wurde von der Jury des Leipziger Preises für Europäische Verständigung gerade wegen seines transnationalen Charakters ausgezeichnet. Transnationale Geschichte erfordert eine gewisse Durchdringung nationaler Formen, die Unbehagen erzeugen kann. Die Methode zum Schutz der konventionellen Nationalgeschichte vor der transnationalen Geschichte besteht darin, transnationale Argumente auf die Nationalgeschichte eines Nachbarlandes zu reduzieren….