„Der Jude“ und die Mitte der Gesellschaft

13.10.2012                      27.Tischrei. 5773                      Bereschit, Schabbat Mewarchim

Antisemitismus-Streit:

"Der Jude" und die Mitte der Gesellschaft

Kann die Formulierung "Der Jude" antisemitisch sein? Eine Auseinandersetzung des New Yorker Autors Tuvia Tenenbom mit "Süddeutscher Zeitung" und dem Rowohlt Verlag zeigt: Selbst die liberale deutsche Öffentlichkeit ist nicht davor gefeit, in vorbelastete Sprachmuster zurückzufallen.

Der Autor Tuvia Tenenbom ist aus New York nach Deutschland gekommen, um mit dem Suhrkamp-Verlag an seinem neuen Buch zu arbeiten. Doch wenn man ihn trifft, wird klar, dass ihn eigentlich etwas anderes umtreibt: "Niemals in meinen ganzen Leben werde ich akzeptieren, dass jemand mich 'Der Jude Tenenbom' oder einen 'jüdischen Hysteriker' nennt." Tenenbom, Abkömmling einer Familie mit zahlreichen Holocaustopfern, fühlt sich herabgesetzt und beleidigt. Er fragt: "Was ist das für ein Land, in dem man jemanden 'Der Jude Tenenbom' oder einen 'jüdischen Hysteriker' nennen kann, ohne dass dies der Öffentlichkeit auffällt?"…