„Ich wusste nicht, dass ich in Gefahr war“

20.01.2012                      25.Tewet. 5772

Lebensweg und Interview:

"Ich wusste nicht, dass ich in Gefahr war"

Jossi Peled überlebte den Holocaust – von Christen versteckt. Heute spricht er zum 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz.

Als Jossi Peled 1941 in Polen geboren wurde, da nannte man ihn Josef oder kurz Jeffke, und sein Nachname lautete Mendelewitsch. Seine jüdischen Eltern flohen kurz darauf nach Belgien, und um ihren Sohn zu schützen, übergaben sie ihn an katholische belgische Eltern. Von seiner wahren Herkunft erfuhr er nichts, bis er acht Jahre alt war. Damals wurde er zu seiner leiblichen Mutter zurückgebracht, die in Auschwitz überlebt hatte – als einzige Person aus seiner Familie. Der katholische Junge wurde wieder Jude, ging nach Israel, stieg zum General auf und ist derzeit Minister ohne Geschäftsbereich im Kabinett von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Am heutigen Freitag wird Jossi Peled in Berlin bei der Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz sprechen. Für den 20. Januar 1942 hatte SS-General Reinhard Heydrich zu einer "Besprechung mit anschließendem Frühstück" in eine Villa am Großen Wannsee in Berlin geladen. Punkt 12 Uhr versammelten sich 15 hohe Funktionäre des Nazi-Regimes um den Chef des Reichsicherheitshauptamtes. Die eigentliche Tagesordnung lautete: die Ermordung möglichst aller in Europa lebenden Juden zu organisieren. Mit Jossi Peled sprach in Jerusalem Michael Borgstede….