„Schaden öffentliche Hinrichtungen nicht dem Tourismus?“

27.10.2011                      29.Tischrei. 5772

Berlin:

"Schaden öffentliche Hinrichtungen nicht dem Tourismus?"

In Berlin diskutierten Politiker und Geschäftsleute mit dem stellvertretenden iranischen Wirtschaftsminister. Vor der Tür protestierten iranische Regimegegner und pro-israelische Demonstranten.

Vor wenigen Tagen sei er in Isfahan unfreiwilliger Zeuge einer öffentlichen Hinrichtung gewesen, sagte ein Diskussionsteilnehmer. Ob Seine Exzellenz nicht auch meine, dass solche Dinge dem Ausbau des Tourismus im Iran schaden würden? Die Frage kennzeichnet das Niveau der Veranstaltung mit Mohammed Reza Farzin, stellvertretender Minister für Wirtschaft und Finanzen der Islamischen Republik, zu der die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) am Mittwoch in Berlin geladen hatte.
Farzin, ein schmächtiger Herr im obligaten Teheraner Einheitslook – dunkler Anzug, offenes weißes Hemd, Schnauzer -, antwortete lächelnd, nicht das Image des Regimes sei das Problem, sondern das Fehlen touristischer Infrastruktur. Wenn man bedenkt, wie der Tourismus in China floriert, muss man dem Iraner wohl recht geben. Freilich richten die Chinesen mittlerweile nicht öffentlich in Stadien hin, jedenfalls nicht dort, wo Westler hinkommen. Als Ergebnis des europäisch-chinesischen "Menschenrechtsdialogs" wird jetzt die Giftspritze bevorzugt….