„Wir heilen uns durch Witze“

15.10.2011                      17.Tischrei. 5772                       Chol Hamo'ed 1

Interview:

"Wir heilen uns durch Witze"

Howard Jacobson über linke Langeweile, mit ihrem Judentum hadernde Juden und die Antwort auf seinen Roman "Die Finkler-Frage", der mit dem Booker-Preis ausgezeichnet wurde

Literarische Welt: Ihr Buch "Die Finkler-Frage" ist der erste Roman eines jüdischen Autors, der sich mit dem neuen jüdischen Selbsthass, mit jüdischen Antizionisten, beschäftigt.

Howard Jacobson: Wirklich? Ist es so? Hmm, gut, dass Sie es mir sagen. Ich wollte eigentlich über ein anderes Thema schreiben. Männer und Verlust. Verlust von Liebe, Vertrauen, Zuneigung. Beim Schreiben haben dann die Juden das Buch besetzt, wie die Deutschen das Sudetenland. Es hat sich so ergeben. Mein Personal waren zwei Männer, die ihre Frauen verloren hatten, und ein dritter, der sich eine Frau wünschte, die er loswerden könnte. Es wurde dann ein Buch über Treue und Verrat. Über Menschen, die sich selber untreu werden. Über Juden, die mit ihrem Judentum hadern.

Literarische Welt: Ein jüdisches Thema, von Schalom Alejchem bis Philip Roth …