Racheanschlag der Gruppe Nakam auf internierte NS-Täter

08.11.2013                      05.Kislew.5774

1946 – Racheanschlag:

Racheanschlag der Gruppe Nakam auf internierte NS-Täter

„Das Ziel der Aktion in Nürnberg war es, der Welt zu beweisen, dass wir Juden nicht bereit waren, stillschweigend all das Morden und all das, was uns die Deutschen angetan haben, hinzunehmen“, sagte der 1922 in Wilna geborene Leipke Distel nicht ohne Stolz. Er erinnerte sich noch genau an die kleine, zu allem entschlossene Gemeinschaft von Shoa-Überlebenden, die nur von einem Gedanken beseelt war: Vergeltung! Das deutsche Volk sollte nicht ungestraft davonkommen. Der millionenfache Mord an den europäischen Juden musste gesühnt werden.

So entstand im Frühjahr 1945 die Gruppe Nakam (dt. Rache). Die Idee, eine solche Organisation zu gründen, hatte der charismatische Dichter Abba Kovner. Als Anführer einer jüdischen Widerstandsgruppe kämpfte er im Ghetto Wilna und später als Partisan gegen die deutschen Besatzer. Der jüdische Schriftsteller forderte: Für jeden der Millionen getöteten Juden sollte ein Deutscher sterben. Um dieses Vorhaben am effektivsten umzusetzen, entwickelten die traumatisierten „Rächer“ einen wahnwitzigen Plan: In Nürnberg sollte das Trinkwasser vergiftet werden….