Radioaktive „Bio-Fliegen“

04.08.2011                      04.Aw-Elul, 5771

Völkerverständigung:

Radioaktive „Bio-Fliegen“

„Unkraut und Plagen kennen keine Grenzen.“ Das sagt Sami, ein Druse Sami von den Golanhöhen vor Journalisten am Warenterminal Tarkumijeh zwischen Israel und dem Westjordanland. „Die Wiener Atombehörde IAEA fördert deshalb ein Entwicklungsprojekt, von dem israelische wie palästinensische Bauern profitieren“.

Im Rahmen des Projekts „Fliegen ohne Grenzen“ exportiert Israel jede Woche zwischen zwei und drei Millionen radioaktiv sterilisierte Fliegenmännchen, sagt Sami im Kreise israelischer Offiziere. Auf die Frage, wie denn die Israelis so viele Fliegen einfangen, um sie zu sterilisieren, lacht sogar Sami: „Natürlich nicht mit Schmetterlingsnetzen“. Die „Bio-Fliegen“ werden im Kibbutz Sdeh Elijahu gezüchtet, seit 2005 mit Hilfe der IAEA bestrahlt und zeugungsunfähig gemacht, um auf natürliche Weise die „Med-Fliegen“ zu dezimieren. Gemeint ist die im östlichen Mittelmeerraum verbreitete Fruchtfliege. Sie macht für Export und Eigenverbrauch gezüchtetes Obst und Gemüse ungenießbar. Kibbutz Sdeh Elijahu ist der größte Produzent steriler Fliegen in der Region, 15 Millionen pro Woche. Sie werden nach Jordanien und in die palästinensischen Gebiete exportiert und dort ausgesetzt. „Wie die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ dient auch „Fliegen ohne Grenzen“ der Völkerverständigung“, sagt Sami. Im Dienst der militärischen Zivilverwaltung in den von Israel besetzten Gebieten koordiniert er die Kontakte mit den Palästinensern….