Religion bestimmt den Speiseplan

08.10.2011                      10.Tischrei. 5772                      Jom Kippur

Nichts für echte Gourmets:

Religion bestimmt den Speiseplan

Milchiges und Fleischiges muss bei den Juden getrennt sein. Schweinefleisch ist bei den Muslimen tabu. Jede Religion hat ihre Speisegesetze. Das erklärt auch, warum es auf Deutsch nur drei Pferdefleisch-Kochbücher gibt.

Der Mensch unterscheidet sich vom Tier durch seinen aufrechten Gang, seine Denkfähigkeit und seinen Erfindungsreichtum. Vor allem aber behauptet der Mensch, als "Abbild Gottes" geschaffen worden zu sein. Deshalb habe er eine höhere Moral als jedes andere Lebewesen, kann also zwischen Gut und Böse unterscheiden. Die Grundlage dazu lieferte die Schöpfungsgeschichte. Und dort begannen alle Probleme mit dem Speisezettel. Der Apfel war Tabu. Kaum hatte Eva hineingebissen, endete der paradiesische Zustand in ungezwungener Nacktheit.
Sex und Nahrung zählen zu den wichtigsten gesellschaftlichen Triebkräften. Sie prägen unser Selbstverständnis entscheidender als religiöser Glaube, politische Ideologien und Weltanschauungen. Touristen erleben beim Besuch in Israel mit Befremden, dass es zum Frühstück im Hotel sauren Hering aber keine Leberwurst gibt. Während des muslimischen Fastenmonats Ramadan sind tagsüber in Bethlehem, Hebron und Ramallah die meisten Restaurants geschlossen….