Schwierige Feindschaft

06.01.2012                      11.Tewet. 5772

Beziehungen:

Schwierige Feindschaft

Die ägyptischen Islamisten können sich eine Annullierung des Friedensabkommens mit Israel nicht leisten.

Das Ziel ist eigentlich klar. Ende November rief die von Yusuf al-Qaradawi geleitete islamistische Weltorganisation Union muslimischer Kleriker erneut alle Araber auf, die Friedensverträge mit Israel zu kündigen und den bewaffneten Jihad gegen den »zionistischen Feind« bis zum Sieg zu unterstützen. Nur, stellen die Muslimbrüder ge­rade verbittert fest, trotz des unbestrittenen Wahlsieges in Ägypten kann man dieser Tage als Islamist nicht überall so, wie man gerne wollte.
Die USA sind immer noch ein Hauptgeldgeber des ägyptischen Staates und der Armee, weitere Transferzahlungen sind an die Beibehaltung des Friedensabkommens mit Israel geknüpft. Und Saudi-Arabien, zweiter wichtiger Finanzier Ägyptens, fördert zwar weiter weltweit ungestört den Jihadismus, will aber momentan im Nahen Osten den Status quo beibehalten, vor allem aus Sorge, weitere Instabilität könnte dem Erzfeind Iran in die Hände spielen. Außerdem hat das ägyptische Militär kein Interesse an einem offenen Konflikt mit Israel, auch wenn es hier und da antiisraelische Demonstrationen anleitet….