Shalom, kommse rein!

14.06.2011                      12.Siwan, 5771 

Dan Lahavs jüdisches Theater:

Shalom, kommse rein!

Sie gehen durch das Tor über den Hof am großen Baum vorbei, um an zwei Tagen auf einer kleinen Bühne unter hoher Stuckdecke zu lesen. Ihre Gesichter kennt man von Film und Fernsehen. Die Bücher, die sie wählten, zerfielen vor 78 Jahren zu Asche. Wäre es nach den Nazis gegangen, hätte Feuer die Worte für immer verschlungen. „Nie wieder Bücherverbrennungen!“ heißt die Aktion, die Dan Lahav in seinem Jüdischen Theater in Neukölln ins Leben rief – am 19. und 20. Juni nun schon zum fünften Mal.

Dan Lahav wird ein Gefühl der Genugtuung verspüren. Ausgerechnet hier, wo Hakenkreuze Wände schmückten und Nazi-Offiziere ihre Frauen zur Musik herumwirbelten, werden die geächteten Werke deutscher Dichter zum Leben erweckt. Ein Fakt, der ihn bestärkte, genau an diesen Ort seine Spielstätte zu setzen. Sechs Jahrzehnte hatte Berlin kein Jüdisches Theater – bis dieser Mann aus Israel kam, um die Kultur und Tradition seines Volkes zurückzubringen und gegen das Vergessen anzutreten….