Skandalöse Umkehrung des Täter-Opfer-Prinzips

20.09.2012                      04.Tischrei. 5773

Interview:

Skandalöse Umkehrung des Täter-Opfer-Prinzips

Meinungsfreiheit dürfe nicht vom Einverständnis religiöser Fanatiker abhängig gemacht werden, erklärt Michael Schmidt-Salomon im Interview mit Cicero Online. Die derzeitige Debatte um das Video gehe am Kern des Problems vorbei.

Sie haben sich gegen das von Politikern – allen voran von Innenminister Hans-Peter Friedrich – geplante Verbot des umstrittenen Mohammed-Films ausgesprochen. Warum?
Es sollte selbstverständlich sein, dass das Prinzip der Kunstfreiheit auch für schlechte Filme gilt. Wo kämen wir denn hin, wenn wir es von ästhetischen Kriterien oder gar vom Einverständnis religiöser Fanatiker abhängig machen würden, ob ein Film in Deutschland gezeigt werden darf oder nicht? Bundesinnenminister Friedrich gab in diesem Zusammenhang wahrlich keine gute Figur ab. Wären die Demokraten früherer Zeiten angesichts der massiven religiösen Proteste, mit denen sie zu kämpfen hatten, so schnell eingebrochen wie er, würden in Europa womöglich noch heute die Scheiterhaufen brennen….