Stationen eines Abschwungs

05.09.2011                      06.Elul, 5771

Beziehungen:

Stationen eines Abschwungs

Je stärker die zivile Führung in Ankara die Kontrolle über das Militär übernimmt, desto schwächer werden dessen Bande mit dem einstigen Verbündeten: Die türkisch-israelischen Beziehungen sind auf dem Tiefpunkt angelangt.

Die Baisse in den Beziehungen zwischen Israel und der Türkei setzt sich fort, ein Aufschwung ist nicht in Sicht. Ankaras Herabstufung der diplomatischen Beziehungen ist nur der jüngste Ausdruck einer seit etwa drei Jahren währenden Krise, mit deren weiterer Verschärfung zu rechnen ist. Den fünf Maßnahmen seiner Regierung zum künftigen Umgang mit Israel, die der türkische Außenminister Davutoglu am Wochenende angekündigt hat, lässt sich der Wunsch Ankaras auf eine Annäherung jedenfalls nicht entnehmen.
Dass beide Staaten im jeweils anderen künftig nur noch durch Diplomaten im Rang eines zweiten Botschaftssekretärs vertreten sein sollen, wird den Dialog zwischen den ehemaligen Partnern nicht erleichtern, doch Konfliktstoff bergen vor allem die anderen angekündigten Maßnahmen. Die Entscheidung der Türkei, alle Militärabkommen mit Israel einzufrieren, passt in ein größeres Bild. Je stärker die zivile Führung in Ankara die Kontrolle über das Militär übernimmt, desto schwächer werden dessen Bande mit dem einstigen Verbündeten Israel….