Tage der Liebe

13.03.2012                      19.Adar. 5772

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Tage der Liebe

„Keine Sorge. Ich bin an Unannehmlichkeiten gewöhnt“ lässt Reza Hajatpour seine Hauptfigur Darius Iqbal versichern. Und diese Unannehmlichkeiten haben es in sich. Es sind die „Schatten der Erinnerung“, wie auch der Untertitel des Romans lautet, an denen Iqbal zu zerbrechen droht.

Von seiner Geliebten wird der Exiliraner verlassen, als deren Bruder ausgerechnet von Iqbals Mullah-Bruder im Iran hingerichtet wird. Seither lebt Iqbal ohne zu leben. Er arbeitet als Dozent für Orientalistik in Heidelberg und durchstreift unruhig die Szenerien der Stadt. Die Menge der Zigaretten, die im Laufe des Romans verqualmt werden, müsste die Tabakindustrie glücklich machen. Es ist jedoch nicht nur der Rauch der Zigarretten, der sich durch die Zeilen in die eigene Nase schiebt, es ist der Duft von rotem Wein, der Dampf von heissem Kaffee und die Musik im traurigen Moll, die sich einem sinnlich und intensiv mit jedem Buchstaben aufdrängt. Und ebenso bedrängend ist die Traurigkeit von Iqbal….