Theodor Herzl: Der jüdische Superstar!

27.10.2011                      29.Tischrei. 5772

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Theodor Herzl: Der jüdische Superstar!

Als Theodor Herzl 1897 in Basel den ersten Zionistischen Weltkongress einberief und von einem jüdischen Staat sprach, galt er den meisten zunächst als hoffnungsloser Utopist.

„Fasse ich den Baseler Congress in ein Wort zusammen – das ich mich hüten werde öffentlich auszusprechen – so ist es dieses: in Basel habe ich den Judenstaat gegründet“, notierte er in sein Tagebuch. Obwohl Herzl von seiner Idee absolut überzeugt war, hätte der „assimilierte Wiener Salon-Jude“ sich wahrscheinlich nicht vorstellen können, dass er schon zu Lebzeiten zum jüdischen Superstar aufblühte, und zu welchem Mythos sich seine Person im Vorfeld der Staatsgründung und im aktuellen politischen Leben in Israel entwickeln würde.

„Theodor Herzls Gestalt wächst in dem Maße, wie sie zeitlich in die Ferne rückt“, schrieb Max Nordau bereits 1914 vorausschauend, nur zehn Jahre nach dem Tod seines Freundes und Mitstreiters. Die zionistische Bewegung verstand es schon frühzeitig sich dieser magischen Symbolgestalt zu bedienen. Von rechts bis links beanspruchten die verschiedensten Parteien die Ideen des großen „Propheten des Staates“ für ihre Ziele. Die linke Arbeiterpartei „Poalei Zion“ machte Herzl zum Sozialisten und zog mit roten Fahnen zu seinem Grab. Vertreter der chaluzischen Kibbuz-Bewegung schlugen sich mit den Anhängern jüdischer Studenten aus dem konservativen Bürgertum darum, wer die Ehrengarde am Grab Herzls stellen durfte. Und die rechten Revisionisten pochten schon immer darauf, dass sie die einzigen wahren Erben Herzls seien….