Tradition, alte Eliten aus der Schusslinie zu nehmen

07.04.2011                      03.Nisan, 5771

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Tradition, alte Eliten aus der Schusslinie zu nehmen

Das Münchner Institut für Zeitgeschichte greift "Das Amt" an. Moshe Zimmermann, Mitautor der Studie, sieht politische Motive.

Seit Veröffentlichung der Studie „Das Amt und die Vergangenheit“ (Karl Blessing, 880 S., 34,95 Euro) über die Rolle deutscher Diplomaten unter den Nazis und in der frühen Bundesrepublik tobt ein leiser, aber verbissener deutscher Historikerstreit. Heute ist er lauter geworden. In den „Vierteljahresheften für Zeitgeschichte“ wirft der Mainzer Privatdozent Johannes Hürter – zugleich Mitarbeiter des „Instituts für Zeitgeschichte“ in München und Redakteur der „Vierteljahreshefte“ – den Autoren der Studie „Ignoranz“, „bodenlose Behauptungen“, „Überzeichnungen, Vereinfachungen, Widersprüche“ und „schlichtweg falsche Befunde“ vor. Die Vorwürfe Hürters wurden vom „Spiegel“ aufgegriffen, der von einem „Skandal“ sprach. Die vom damaligen Außenminister Joschka Fischer eingesetzte Historikerkommission, die letztes Jahr die Studie vorlegte, sei „gescheitert“, der jetzige Außenminister Guido Westerwelle habe deren Ergebnisse voreilig akzeptiert und stehe vor einem Problem….