Wachsende Todeslisten und postalische Nöte

12.08.2011                      12.Aw-Elul, 5771

Die alte Kaserne von Deggendorf:

Wachsende Todeslisten und postalische Nöte

Kaum hatten die Überlebenden im DP-Camp 7 Deggendorf Kontakt zu ihren meist im Ausland lebenden Angehörigen aufnehmen können, erreichte sie eine Sturzflut von Anfragen nach dem Schicksal von Verwandten, Freunden und Bekannten. Das riss Wunden wieder auf, von denen zum Beispiel Karola und Simon Freimark gehofft hatten, dass sie sich rasch schließen würden. Als „Überbleibsel“ bezeichneten sie sich selbst, stapelten immer mehr Mitteilungen über ermordete nahe Verwandte, auch wenn amtliche Totenscheine natürliche Todesursachen suggerierten:

„Tante Meta, gestorben 1943 an Krebs,

Onkel Hermann, gest. 1943 an Blutvergiftung,

Onkel Moses, gest. 1942 an Hirnschlag,

Ferdinand Müller, gest. 1944 an Altersschwäche,

Verwandte aus Bochum und aus Berlin verschleppt nach Izbica“ –   „G´tt hat uns beschützt, damit wir Euch wiedersehen. Über alle l.(ieben) Verwandten hier in Deutschland, die sich bis jetzt nicht gemeldet haben, mache ich mir wenig Hoffnung“, schrieb Karola Freimark am  10. September 1945….