Warum schweigen die Pazifisten?

19.11.2011                      22.Cheschwan. 5772                      Chaje Sarah

Gastautor zu Syrien:

Warum schweigen die Pazifisten?

„The Globe And Mail“ ist eine bedeutende englischsprachige Tageszeitung Kanadas. Am 1. Juni 2011 veröffentlichte sie einen Artikel über die Unruhen in Syrien, der mit folgenden Worten begann:
Hamza al-Khateeb was a 13-year-old Syrian boy who loved to swim in the irrigation ditches of his family farm and watch his collection of homing pigeons circle the sky above.
On April 29, he was swept up by security forces during a violent protest near Daraa he attended with his father. A month later his body was returned, battered, broken and shot up.
His jaw and both kneecaps had been smashed. His flesh was covered with cigarette burns. His penis had been cut off. Other injuries appeared to be consistent with the use of electroshock devices and being whipped with a cable.
Deutsche Publikationen halten sich mit der Beschreibung der Folterspuren zurück. Artikel in deutscher Sprache finden sich im Tagesspiegel, in der NZZ, in der Welt. Selbsternannte Pazifisten aus Kassel bemerken, dass Minderjährige von politischen Konfrontationen ferngehalten werden müssen, denn seit Beginn der Proteste in Syrien Mitte März seien mindestens 30 Kinder erschossen worden (Stand vom Juni 2011).
Der Aachener Friedenspreis schweigt beredt, wenn man nach Hamza al-Khateeb googelt. Zumindest ein pax-christi-Twitter auf Holländisch erwähnt in einem Zweizeiler den Namen des ermordeten gefolterten Buben. Ansonsten verlangt pax christi ein Mandat für das Komitee für Folter, um speziell den Bereich der systematischen Folter während der Proteste anzuschauen. Außerdem bittet pax christi Shell, ihre Zusammenarbeit mit der syrischen Regierung einzustellen.
Sie, verehrter Leser, werden sich fragen, warum ich auf der moralistischen Welle schwimme. Habe ich denn nicht öffentlich (Tabularasa) bekundet, dass mir Baschar al-Assad lieber ist als seine Nachfolger?…