Was gesagt werden muss

23.07.2012                      04.Aw. 5772

Holocaustgedenken:

Was gesagt werden muss

Vortrag von Prof. Yehuda Blum am 05.07.2012 in der Universität Freiburg .

Meine Damen und Herren, am 27. Januar dieses Jahres war ich Gastredner in Saarbrücken anlässlich der Gedenkstunde des Landtages für – so heißt es in Deutschland – die Opfer des Nationalsozialismus.

Einige Wochen vor der Veranstaltung erhielt ich ein Mail aus Saarbrücken, in dem es hieß, es werde von mir erwartet, zusammen mit dem Landtagspräsidenten einen Kranz für die Opfer des Nationalsozialismus niederzulegen. Und zu ihrer Überraschung erwiderte ich, dass ich dazu leider nicht bereit sei. Da kamen die Fragen: „Warum denn nicht?“ Es ist ja auch etwas überraschend. Ich betrachte mich selbst als ein von den Nazis Verfolgter.

Meine Antwort lautete: Erstens, der 27. Januar wurde von der UNO-Vollversammlung einstimmig als Gedenktag für die Opfer der Schoah bestimmt, angesichts der Einzigartigkeit der Verbrechen, die am jüdischen Volk begangen wurden. Zweitens – und das ist auch mit dem ersten Teil meiner Antwort verbunden– bat ich um eine Liste der Kategorien der Menschen, die in Deutschland als Opfer des Nationalsozialismus gelten. Diese Liste habe ich bis zum heutigen Tag nicht erhalten….