Wie der Vater, so der Sohn

24.01.2013                      13.Schwat. 5773

Wahl in Israel:

Wie der Vater, so der Sohn

Ein neuer Hoffnungsträger: Bei der Parlamentswahl in Israel wurde die Partei des Fernsehmoderators Jair Lapid überraschend zweitstärkste Kraft. Sollte Netanjahu bei der Regierungsbildung scheitern, könnte er zum Zug kommen.

In der Nacht zum Mittwoch verstand Jair Lapid seinen Vater. Vor genau zehn Jahren gelang Josef („Tommy“) Lapid mit seiner Schinui-Partei ein ähnlicher Überraschungssieg wie jetzt dem Sohn Jair. Damals konnte er nicht begreifen, warum seinem Vater in der Wahlnacht nicht zum Jubeln zumute war. Jetzt wisse er, wie schwer die Verantwortung auf einem laste, wenn die eigene Partei auf einmal zweitstärkste Partei in der Knesset werde, erläuterte der frühere Fernsehmoderator seinen Parteimitgliedern. Kurz nachdem die ersten Prognosen zeigten, dass der Israeli mit dem graumelierten Haar der eigentliche Sieger der Knesset-Wahl ist, klang Lapid nicht mehr wie ein angriffslustiger Oppositionsführer. Diesen Posten hat der 49 Jahre alte Journalist schon sicher. Staatstragend rief er stattdessen die anderen Politiker dazu auf, mit ihm zusammenzuarbeiten und eine möglichst breite Regierungskoalition zu bilden. Zuvor hatte ihm Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gratuliert. Am Telefon sprach er wohl davon, dass beide gemeinsam „große Dinge“ zu tun hätten….