Wieviel jüdische Ethik?

13.01.2012                      18.Tewet. 5772

Pädagogik:

Wieviel jüdische Ethik?

Seit Ende letzten Jahres kommen wir regelmäßig zusammen: Eine Gruppe jüdischer Pädagogen trifft sich auf Initiative des American Jewish Comittee (AJC) in Berlin und fragt, wie sich die jüdische Ethik im Unterricht am Besten vermitteln lässt. Aus den luftdurchfluteten Räumen über Berlin Mitte am Leipziger Platz sieht man einiges klarer. Und so wird auch klar, dass man bei dieser Frage zweierlei unterscheiden muss: Einerseits geht es darum, wie wir den jüdischen Schülern die Inhalte ihrer eigenen Tradition schmackhaft machen. Andererseits fragen wir uns, wie und wieviel Judentum ihre nichtjüdischen Mitschüler im allgemeinen Ethikunterricht brauchen.

Zunächst das Offensichtliche: Dass jüdische Ethik ein Kernstück des jüdischen Religionsunterrichts bildet, steht außer Zweifel. Doch welche ethischen Themen sind hierbei auszuwählen und wie vermittelt sie ein Lehrer im Unterricht?
Die letztere Frage ist diffiziler als ein Laie sich denken mag: Kann doch die Vermittlung völlig unterschiedlich vonstatten gehen, etwa chronologisch in Abfolge der Schriften oder anders – in Themenpaketen, die nicht an die Schöpfungsgeschichte, sondern an thematische Blöcke anknüpft, etwa: die Menschenwürde, Gemeinschaft, Frieden oder Gerechtigkeit….