Wüste Touren

03.05.2011                      29.Nisan, 5771                      Tag 14 des Omer

Reise:

Wüste Touren

Jetzt bloß nicht den Anschluss verlieren. Menachem prescht mit seinem Mountainbike voraus, mitten durch die Negev-Wüste. Hinter ihm tanzen die Staubkörner in der Morgensonne. Wer hier schlappmacht, stünde ziemlich verlassen da – rechts karge Felsen, links eine Hochfläche. Hier und da wachsen ein paar Sträucher am Wegesrand, mitunter erspäht der Radler blaue und gelbe Blüten. Sonst nur Sand und Steine, so weit das Auge reicht. Der Rückweg in das Wüstenstädtchen Mitzpe Ramon und dem einzigartigen Blick in den Ramon-Krater wäre kaum auf eigene Faust zu finden. Menachem blickt sich aber immer wieder um und fragt "beseder?" – das hebräische Wort für alles in Ordnung. Ja, alles bestens. Keine Bange also, auf dieser Wüstentour geht keiner verloren.

Also weiter. Immer fest in die Pedale treten, genau auf den Weg schauen und – wann immer möglich – den Steinen und Felsbrocken ausweichen. Die Radler sind auf den schmalen Kamelpfaden der Beduinen unterwegs. Manche Gabelungen sind von Menachem und anderen israelischen Mountainbikern mit kleinen Steinhaufen gekennzeichnet worden. Sicher ist sicher. An diesem strahlenden Vormittag zeigt das Thermometer knapp 20 Grad Celsius. In der Nacht zuvor hat es geregnet, der Boden ist noch feucht. Deshalb leuchtet die Wüste: mal ocker, mal gelb, mal grün, gelegentlich rötlich braun. Nach zwei Stunden ist der erste Ausflug in den Negev beendet. Die Bikes werden gewaschen und stehen wieder bereit für den nächsten Ausflug auf wüsten Wegen….