Zizit

17.06.2011                      15.Siwan, 5771 

Judentum:

Zizit

Parascha 384. Ansprache für Freitag, den 17. Juni 2011 .

Fromme jüdische Männer tragen unter ihrem Hemd ein besonderes „Unterhemd“. An dessen vier Ecken sind „Schaufäden“ angebracht, die unter dem Obergewand heraushängen. Sie bestehen aus vier zusammengelegten Fäden und werden nach einer genauen Vorschrift gewunden und zu fünf Doppelknoten gebunden. Solche „Schaufäden“ hängen auch an den vier Zipfeln des Schals (Tallit), in dem sich erwachsene Juden beim Morgengebet hüllen. Damit wird ein biblisches Gebot erfüllt, das am Schluss unseres Wochenabschnitts steht: „Sie sollen sich an die Ecken ihrer Kleider Schaufäden (Zizit) machen (…). Sie sollen als Schaufäden dienen, damit ihr sie anseht und an alle Gebote des Herren denkt und sie haltet, und nicht nach euerem Herzen und euren Augen späht (Lo Taturu), denen ihr hinterher hurt (Sonim). Damit ihr an alle Gebote denkt und sie einhaltet und eurem Gott heilig seid. Ich bin der Herr, euer Gott, der ich euch herausgeführt habe aus dem Lande Ägypten“ (Num 15, 38 – 41). Mit dieser Stelle schließt auch das jüdische Glaubensbekenntnis. Wenn der fromme jüdische Mann es morgens spricht, nimmt er die Schaufäden des Gebetsschals, betrachtet sie und küsst sie jedes Mal, wenn das Wort  „Schaufäden“ (Zizit) fällt….