Zwischen Erde und Himmel

18.04.2011                      14.Nisan, 5771

Symposium Jerusalem:

Zwischen Erde und Himmel

Das Symposium über Jerusalem im Axel-Springer-Haus stand im Zeichen der Aussöhnung und des Dialogs zwischen Deutschland und Israel.

Ein bisschen Luxus hat noch niemandem geschadet. Umso weniger, wenn es sich um einen Luxus handelt, der nicht mit Juwelen, Kaviar und teuren Autos prunkt, sondern allein mit dem Reichtum des Geistes. Nahrung für das Geistige im Überfluss bot das Symposium "Jerusalem – Die Farben der himmlischen Stadt", das gestern in der obersten Etage des Springer-Hauses einige exzellente Wissenschaftler und Künstler mit einem Publikum zusammenbrachte, das sich auf die eine oder andere Art für den Dialog zwischen Deutschland und Israel einsetzt – ausdrücklich auch in der Tradition des Verlegers Axel Springer, für den die Aussöhnung zwischen den beiden Ländern zur tiefsten Herzensangelegenheit seiner letzten 20 Lebensjahre wurde.

Inwieweit Jerusalems besondere Architektur und, eng mit ihr verknüpft, die 5000 Jahre währende Geschichte der Stadt unter vielfach wechselnder Herrschaft Ansprüche, Heimatgefühl und Ewigkeitsvorstellungen der drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam begründet, legten Professor Achim Lichtenberger von der Universität Münster und Professor Hans-Georg Soeffner, Emeritus für Soziologie an der Universität Konstanz, in ihren Referaten überaus lehrreich dar. Insbesondere Soeffner glückte eine imposante Tour d'Horizon durch das "Phänomen Jerusalem". Tröstlich zu wissen, dass es Köpfe wie den seinen gibt, in denen sich die Geschichte der Mythen mit dem Mythos der Geschichte als keineswegs unentwirrbares Knäuel zusammenballt, sondern dass bei ausreichend Nachdenken und Scharfsinn eine kluge analytische Fadenführung des Gewebes möglich ist….